[SOLVED] HDD aus RAID1 entnehmen und unter Linux auslesen.

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#1
Ich hab dieses Gerät: HP Proliant Microserver Gen8. Es läuft FreeNAS 11.2. Das Gerät ist mit 2 HDDs bestückt. Jede fasst 8 TB. Sie sind als RAID1 verbunden. Dateisystem ist ZFS.
Wie muss ich vorgehen um eine HDD zu entnehmen und unter Linux auszulesen? Kann das Mounten und Auslesen den RAID-Verbund schaden beim Wiedereinbau? Sollten Dateien auf der ausgebauten HDD verändert werden oder ich dort neue platzieren, was geschieht beim Wiedereinbau? Werden die neuen Dateien durch RAID1 auf die im HP Proliant Microserver Gen8 verbliebene Platte gespiegelt, oder werden die neuen Daten gelöscht und die wiedereingebauten Platte auf den Stand der verbliebenen Platte zurückgerollt?
 

emk2203

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#2
Meinst du jetzt RAIDZ1 oder Mirror? RAID1 gibt es bei ZFS nicht. Oder meinst du ein hardwareseitiges RAID1, auf dem dann ZFS als einzelnes Device läuft?
 
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#3
RAID 1. Der RAID wird von Dynamic HP Smart Array B120i RAID Support gesteuert Und darauf hab ich damals dann FreeNAS mit ZFS eingerichtet. Also FreeNAS selbst bootet von einem USB Stick auf dem Mainboard und verwaltet dann 2 HDDs von je 8TB.
 

emk2203

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#4
Dann wirfst du alle Vorteile von zfs über den Haufen. zfs soll immer direkt auf der Hardware laufen. Bei einem RAIDZ1 hättest du eine der Platten rausnehmen können und in einen anderen Rechner mit zfs stecken können und da importieren. So kannst du höchstens auf einem anderen Smart Array B120i RAID versuchen, ob der dann die eine Platte liest.

Generell sind beides fragwürdige Methoden, die nicht offiziell sind. Am besten wäre es, das Gerät nach einem Backup neu aufzusetzen und dann entweder RAIDZ1 oder einen Mirror direkt mit zfs zu machen.

Wenn du sowas machst, wird das RAID immer auf den Status der Platte im NAS zurückgesetzt.
 
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#5
Backup geht leider nicht. Nach dem Update auf 11.2 bootet der Proliant nicht mehr. Laut einem anderen Thread soll man auf AHCI umstellen. https://forums.freenas.org/index.ph...ptzfsboot-error-4-freenas-11-2-upgrade.71766/
Da auf den Platten aber alle Familienbilder drauf sind, will ich erst diese sichern bevor ich am System etwas verändere. Besteht die Möglichkeit den USB Stick auf dem Mainboard zu tauschen mit einem, auf dem FreeNAS 11.1 drauf ist?
 
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#6
Ja, den boot-Stick zu tauschen ist aus meiner Sicht die beste Lösung.
Am besten natürlich mit der vorher gesicherten Konfiguration des letzten laufenden Standes.

Damit sollte dein FreeNAS zumindest wieder booten und du kannst den Datenträger (RAID1) importieren und deine Daten extern sichern.

Danach kannst du mit Experimenten am RAID-Controller beginnen ...
deaktivieren hört sich gut an, wird aber in den meisten Fällen zu Datenverlust führen!
 

emk2203

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#7
Das, was @gottestod sagt: Bring dein NAS mit einer alten FreeNAS-Variante, die funktioniert hat, zum Laufen.

Dann sichere deine Daten, am besten besorg dir vorübergehend eine genügend große externe Festplatte. :cool:

Gerät auf AHCI umstellen und Platten neu mit zfs formatieren, dann Backup zurücksichern.
 
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#8
Soweit schon mal vielen Dank.
Ich hab ein Video gefunden das zeigt, wie man über das GUI ein Rollback der Version machen kann. Bei youtube. Es heisst "FreeNAS 11.1 U4 Update & Release Notes Samba Bug Fixed and How To Roll Back an Update" vom Youtuber "Lawrence Systems / PC Pickup". Bei Zeitstempel 2:30 ist er im Menü "Boot" wo er aus mehreren Versionen von FreeNAS auswählen kann, welche gebootet wird.
Link zum Video
Ich komme zwar nicht mehr in das GUI, aber meine alte Version 11.1 müsste ja noch auf dem USB-Stick sein.
Wenn ich den Stick nun in meinen Linux-Desktop stecke, welche Dateien muss ich bearbeiten, damit wieder 11.1 statt 11.2 gebootet wird?


Falls es keiner weiss bitte ich euch mir zu erklären, wie ich die Konfiguration vom USB Stick bekomme und auf einen anderen Stick mit einer alten Version übertragen kann.

Sollte auch das keiner wissen, bitte ich um Informationen, was ich beachten muss wenn ich mein System mit einem frischen, unkonfigurierten 11.1 boote.
 

emk2203

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#9
Option 1: Wenn du das Gerät mit angeschlossenem Bildschirm (oder über IPMI, aber ich geh mal davon aus, das hast du nicht) startest, kommt sehr kurz ein Bootmenü, wo du mit den Cursortasten den entsprechenden Eintrag auswählst. Das ist die einfachste Lösung.

Option 2: Neuen Stick erstellen. Pool entweder über das WebUI importieren oder notfalls mit zpool import -f <poolname> von der Konsole, falls der Pool nicht sauber exportiert wurde. Dann die Einstellungen wie vorher vornehmen. Diesmal das Speichern der Einstellungen nicht vergessen hinterher.

Beides sind saubere, einfache Lösungen, die nur rudimentäre Kenntnisse erfordern. Da gibt es wenig zu beachten, wenn du nicht gerade in den Optionen für "alten Pool kaputtmachen" herumspielst, sind deine Daten auch sicher.
 
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#10
Ich habe zwar Zugang zum NAS und habe es mit Monitor, Tastatur und Maus versehen. Leider erscheint kein entsprechendes Menü. Im Bootverlauf kommt erst folgendes Menü:
Code:
Press "F9" key for ROM-Based Setup Utility
Press "F10" key for Intelligent Provisioning
Press "F11" key for Default Boot Override Options
Press "F12" key for Network Boot


über F11 komme ich in dieses Menü:
Code:
Please Choose one of the Following Default Boot Override Options:
    1) One Time Boot to CD-ROM
    2) One Time Boot to Floppy
    3) One Time Boot to USB DriveKey
    4) One Time Boot to Intelligent Provisioning
    5) One Time Boot to HDD
    6) One Time Boot to Network (1st NIC in IPL)
    9) Enter the ROM Based Setup Utility (RBSU)
    0) Exit Boot Override Menu and Continue Default Boot Process
  
This option allows the user to choose a specific boot override
option for this boot only. This will not modify your normal boot
order settings.


Dort wähle ich "3" was mich leider wieder direkt zum Bootfehler nach dem 11.2 Upgrade führt:
https://forums.freenas.org/index.php?attachments/screen-shot-2018-12-07-at-14-20-55-png.26899/

Das ROM Based Setup Utility stellt jemand hier vor:
https://www.youtube.com/watch?v=b2aocX9PQc8
Ich hab dort aber keine hilfreiche Option gefunden. Nach dem Backup kann ich hier den Sata Controller auf AHCI umstellen.

Ich werde es also mit einem frischen 11.1 U7 versuchen.

Edit: Falls es hilft, fertige ich ein Video des Bootvorgangs bis zum Schluss an.
 
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emk2203

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#11
Hab mir gerade dein Bild angesehen - das sieht nach defektem USB Stick aus. Das wäre dann auch der Grund, warum dein erstes Update nicht geklappt hat. Du kommst jetzt noch nicht mal zum Bootloader Screen.

Du solltest es auf jeden Fall mit einem frischen Stick probieren, ich wette, dann geht auch 11.2.

Und das mit den Sticks verursacht ständig Ärger - ich hatte allein 3. Rechne mal die Zeit, die du mit diesem Fehler jetzt verplempern musstest.

Ich hab mir nach dem letzten kaputten Stick dann mini-SSDs in M.2 Formfaktor besorgt, dazu ein Dutzend USB-M.2 Adapter, und jetzt so ca. 10 32GB-SSDs auf Vorrat. Keine Fehler mehr, und die Update-Zeiten haben sich auf ein Drittel (!) verkürzt.
 
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#12
Habe endlich die Zeit gefunden um wieder an meinem NAS zu arbeiten. Ich habe 11.1 U7 auf einen neuen Stick installiert und konnte wieder booten. SMB lässt sich aber mit nichts zum Starten bewegen. Gott sei Dank kann ich aber per FTP die Daten runterladen. Das wird eine ganze Weile dauern.

Im Anschluss werden die beiden 8TB Platten formatiert, der RAID wird auf AHCI umgestellt und 2 neue 8TB Platten kommen rein. Muss ja immer die gleiche Größe sein, oder wären auch 2 12TB Platten möglich?
Die lasse ich dann ohne Raid einfach von FreeNAS mit ZFS verwalten. Kann dann eine der vier Platten ausfallen und die Daten können wiederhergestellt werden? Oder ist bei diesem Setup der Inhalt einer defekten Platte direkt weg?
 

emk2203

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#13
Habe endlich die Zeit gefunden um wieder an meinem NAS zu arbeiten. Ich habe 11.1 U7 auf einen neuen Stick installiert und konnte wieder booten. SMB lässt sich aber mit nichts zum Starten bewegen. Gott sei Dank kann ich aber per FTP die Daten runterladen. Das wird eine ganze Weile dauern.

Im Anschluss werden die beiden 8TB Platten formatiert, der RAID wird auf AHCI umgestellt und 2 neue 8TB Platten kommen rein. Muss ja immer die gleiche Größe sein, oder wären auch 2 12TB Platten möglich?
Die lasse ich dann ohne Raid einfach von FreeNAS mit ZFS verwalten. Kann dann eine der vier Platten ausfallen und die Daten können wiederhergestellt werden? Oder ist bei diesem Setup der Inhalt einer defekten Platte direkt weg?
Guter Plan. Die Platten müssen innerhalb eines zvols die gleiche Größe haben, d. h. du könntest auch 2x8 + 2x12 als Mirror laufen lassen (also 2 zvols jeweils gespiegelt). Wie das gemacht wird und warum, steht z. B. hier. Netto hättest du dann 20TB Speicher zur Verfügung, wo sogar jeweils zwei Platten ausfallen dürfen, aber natürlich nicht die aus einem Mirror.

Wenn du 4x8 TB Platten im RAID Z1 laufen lässt, darf dir natürlich auch eine Platte ausfallen, ohne dass die Daten weg sind. Netto sind das dann 24TB, aber von RAID Z1 wird bei solchen Plattengrößen abgeraten.

Mit einem RAID Z2 könnten dir dann 2 Platten ausfallen, egal welche. Netto sind das 16 TB Speicher. Das beruhigt dann schon. Wenn nämlich eine Platte ausfällt, wird zur Wiederherstellung der Rest des Systems ordentlich gestresst, die Platten laufen über Tage ununterbrochen. Da ist das Risiko erhöht, dass währenddessen auch eine zweite Platte ausfällt.
 
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Jan 17, 2019
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#14
Abschlussbericht:
Mit FreeNAS 9.3.
Aus finanziellen Gründen müssen die 12TB Platten leider noch warten. Eine günstige 8TB enthält nun das Backup von allem, während die Familienbilder auf USBs und BluRays gesichert wurden.
Da keiner meiner Computer die 8TB Platte erkannt hat, musste ich sie in das NAS einbauen und die Dateien erst auf meine größte Platte (1TB) im PC herunterladen und anschließend auf die Backup-Platte hochladen. Die Backup-Platte hab ich anschließend ausgebaut, und die beiden Original-Platten in Slot 3 und 4 verbaut, SATA 3GB/s statt 6.
Im BIOS des HP Proliant Microserver Gen8 habe ich dann von B120i auf AHCI als Raid Controller gewechselt
Dann wurde 11.2 U3 auf einen neuen USB-Stick installiert und das System neu aufgesetzt.
Irgendwann folgt dann noch der Datentransfer zurück auf das NAS.
Danke für alle Kommentare und Hilfen.

PS: Die Dateien auf den Original-Platten waren auch nach Umstellung auf AHCI, Umstecken in Slots 3 und 4 und Reimport in 11.2 U3 vorhanden und auslesbar. Hab mich trotzdem für einen Neuanfang entschieden, die Platten formatiert und einen neuen 2-Platten-Mirror-Pool darauf eingerichtet.
 
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